Kreuzfahrt-Häfen in Indien (3): Mumbai

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Europa 2. 5 Sterne Luxus-Schiff

Die Europa 2 von Hapag Lloyd läuft Mumbai an

Weiter geht’s auf unserer Kreuzfahrt entlang der indischen Küste: Nach Chennai und Cochin wollen wir euch heute Mumbai vorstellen. Es wird am häufigsten von Schiffen auf ihrem Weg nach und von Südostasien angelaufen. Wir sind mit der Europa 2 dort gewesen. Unser Eindruck: Mumbai ist ein brodelnder Hexenkessel. Der Schriftsteller Salman Rushdie fand bildhafte Worte: „Bombay: Es sieht aus wie eine Hand, aber in Wirklichkeit ist es ein Mund – immer offen, immer hungrig“. Hier ein paar Tipps, damit ihr nicht aufgefressen werdet:

Mehr Dollar-Millionäre als in ganz Deutschland

Mumbai Verkehrsinfarkt

Dauerstau in Mumbais City

Lasst euch von den Ausmaßen der Stadt nicht erschrecken!

Mumbai, das bis 1996 Bombay hieß, ist riesig, nicht greifbar. 16 Millionen Menschen leben hier, täglich kommen welche aus dem ganzen Subkontinent hierher. Angelockt von seinem zweifelhaften Ruf, jedem Brot und Arbeit bieten zu können. Immerhin zählt die Stadt mehr Dollar-Millionäre als ganz Deutschland. Ein Viertel der Industrie ist hier angesiedelt, drei Viertel der gesamten Einkommenssteuer des Staates wird hier erwirtschaftet. Wirklich Geld verdienen nur wenige: Banken und Bollywood, Computer-Industrie und Dienstleistung. Nirgendwo sonst leben Arm und Reich dichter zusammen: Slums grenzen an Villenviertel, Bettler sitzen vor den neuen Appartment-Türmen.
Macht eine geführte Stadtrundfahrt!

Mumbai ist Autolärm, Hupen, Verkehrs-Infarkt…

….Gestank, Dreck, Kühe auf der Kreuzung, ein bunter, menschlicher Ameisenhaufen. Faszinierend und abstoßend zugleich. Ideal für den ersten Überblick ist deshalb eine Stadtrundfahrt. Das spart auch Zeit, weil ihr so die weiten Entfernungen überwindet. Und ihr geht erst langsam auf Tuchfühlung. Die Fahrt geht vom Hafen-Terminal geht zuerst einmal quer durch die Südspitze Mumbais. Je nach Verkehr wäre Laufen zwar schneller. Aber die Zeit im Stau vergeht im Nu – ziehen doch die vielen exotischen Bilder hinter der Fensterscheibe in Bann!

Victoria Terminal – Erbe der Briten

Mumbai CST, bis 1996 Victoria Terminus, Copyright Schaeffer

Der Victoria Terminus, der Bahnhof Mumbais

Erster Stopp ist am Bahnhof Victoria Terminal : Beim Aussteigen auf der anderen Straßenseite bedrängen sofort Kinder den Bus, wollen kleine Stoffpüppchen verkaufen. Nicht reagieren! Der Bahnhof wurde erbaut von 1878 bis 1887 und ist das größte Gebäude Britisch-Indiens. Vorbild war die St. Pankras Station in London. das schönste im indo-gotischen Mischstil errichtete Bauwerk. Weithin sichtbar sind seine der Spätgotik nachempfundenen Kuppeln. Beachtet die überbordenden dekorativen Elemente an den Fassaden wie Tiere und mythische Fabelwesen. Gemacht wurden sie von der Bombay Art School, deren Direktor damals John Lookwood Kipling war, der Vater des bekannten Schriftstellers. Heute heißt er Chhatrapati Shivaji Terminus (CST) und ist seit 2004 UNESCO-Weltkulturerbe.

Weiter geht’s ins südliche Mumbai ans Wasser über den sechsspurigen Boulevard Marina Drive
Früher nannte man diese C-förmige, 4, 3 Kilometer langen Bucht „Halsband der Königin“, weil abends die Lichterketten funkeln. Schön ist seine breite Promenade und der beliebte Stadtstrand Chowpatty Beach am Ende. Hier trifft sich gefühlt halb Mumbai nach Anbruch der Dunkelheit – Familien, Verliebte, Jungendliche, Alte. Zum Flanieren, Chillen oder zum Essen. Denn von hier stammt das bekannte Bhelpuri – das indische Fast Food aus gewürztem Puffreis, Gemüse und Tamarinden-Sauce. Schwimmen sollte man übrigens in diesem Wasser nicht! Lieber den Schöangenbeschwörern oder Jonglierern zuschauen!
Am Ende der Bucht kommen gelangen wir in das Reichen-Viertel Walkeshwar. Der Stadt- Führer erwähnt, dass hier auch der Gouverneur von Maharashtra wohnt, dessen Hauptstadt Mumbai ist. Viele Villen sind im art deco Stil n den1920 und 1930ern erbaut, von reichen Parsen. Die Immobilenpreise sind entsprechend hoch. 5 Sterne Hotels wie das Oberoi Hilton, das Interconti liegen hier.

Malabar Hill, mit 50 Metern der höchste Punkt Mumbais.

Weiter geht’s auf den Malabar Hill. Mit gerade Mal 50 Metern der höchste Punkt Mumbais. Auch hier wohnen Wohlhabende, aber ebenso direkt daneben Bettler. Der Bus hält bei den „Hanging Gardens“, ein idyllischer, erstaunlich ruhiger Park, von wo aus ihr einen tollen Blick über den Marina Drive und den südlichen Teilmder Halbinsel habt. Beim Weiterfahren solltet ihr nach links schauen. Dort könnt ihr die „Dokhmas“ sehen, die „Türme des Schweigens“. Hier bestattet die Religionsgemeinschaft der Parsen ihre Toten.

„Dhobi Ghat“ – eine typische indische Institution

Die Wäscher von Dhobi Ghat in Mumbai.

Die Wäscher von Dhobi Ghat in Mumbai.

Nächster Fotostopp ist oberhalb des bekannten Wäscherviertels „Dhobi Ghat“ – eine typische indische Institution. In langen Reihen gemauerter Becken waschen hier die Wäscher, die Dhobis, trocknen und bügeln Berge schmutziger Wäsche. Früh morgens herrscht Hochbetrieb. Als unser Bus ankommt, scheint die meiste Arbeit getan. Auf den Leinen flattern aber immerhin noch die Teile im Wind.

 

Taj Mahal Palace – Palast aus 1000 und einer Nacht

Das berühmte Taj Mahal Palace Hotel, ein 5 Sterne-Luxus-Hotel erinnert an einen orientalischen Märchenpalast

Das berühmte Taj Mahal Palace Hotel, ein 5 Sterne-Luxus-Hotel erinnert an einen orientalischen Märchenpalast

Wir sind jetzt im Stadtteil Colaba, dem Südzipfel der Halbinsel, auf der Mumbai liegt. Colaba erinnert am die früheren Bewohner Mumbais, die Fischer von Koli. Nicht zu übersehen: Das berühmte Luxus-Hotel Taj Mahal Palace! Mit seinen Türmchen, Kuppeln, Erkern, Giebeln, Bogenfenstern und Veranden wirkt es wirklich wie ein richtiger orientalischer Palast. Der Kolonialbau von 1903 wurde 1972 erweitert, nach dem Bombenanschlag 2008 komplett renoviert. Einfach mal durch die Halle laufen!Auf der Dachterrasse hat man einen grandiosen ausblick auf die Stadt. Ein Erlebnis ist auch der High Tea (ab 15.30 Uhr), der im Taj jeden nachmittag serviert wird.

Gateway of India – das Wahrzeichen Mumbais

Wahrzeichen Mumbias: Das Gateway of India

Wahrzeichen Mumbias: Das Gateway of India

Das Gateway of India – das Wahrzeichen von Indien steht am Ende der Rumdfahrt auf dem Programm. Nur ein paar Meter nebenb dem Taj Mahal Palace Hotel – hier ist rund um die Uhr Betrieb, hier treffen sich Touristen, Gaukler, Süßwaren-Verkäufer, Souvenierhändler und leider auch Drogendealer. Das Monument wurde 1911 zum Besuch König Georgs V. und Königin Mary auf der Hafenmole erbaut. Ein Symbol im doppelten Sinne: Tatäschlich ist es das Tor nach Indien, zugleich aber auch Denkmal für das unverwechselbare „Anglo-Indische“, das die Stadt prägt.

Europa 2 in Indien Copyright S. Schaeffer
Wer noch länger in der Stadt bleiben will, kann den Crawford-Market besuchen – ein Shopping-Mekka. Hier gibt’s von Obst, Gemüse bis zum Papagei und Huhn so ziemlich alles. Macht auch das mit einen geführten Ausflug, am besten morgens, wenn der Markt lebendig ist. In dem Gewirr an Straßen und Gassen kann man sich leicht verlaufen. Nördlich davon werdet ihr dann in die „echte“Altstadt geführt mit ihren Gold-und Silberbasaren.
Fazit: Mumbai polarisiert – die einen sind magisch fasziniert, die anderen erschrocken abgestoßen. Mumbai ist sicher nicht das Traumziel aller Kreuzfahrer – aber mit einer geführten Rundtour auf jeden Fall ein Test-Besuch wert, auch wenn es der einzige bleiben sollte.

Und hier lest ihr über die anderen Häfen in Indien, Cochin und Chennai auf unserer website:

http://diekreuzfahrtblogger.de/indien-chennai/

http://diekreuzfahrtblogger.de/indien-cochin/

Hier findet ihr den Report in AZUR:

http://www.azur.de/magazin-kreuzfahrt-news/magazin-hochsee/hapag-lloyd-magazin-hochsee-magazin-kreuzfahrt/2015/im-luxus-schweben/27814

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