Kreuzfahrt-Anekdote (5) : Concierge auf Luxus-Liner plaudert aus

Schnitz-Kunst mit Früchten

Früchte-Schnitzerei auf Kreuzfahrtschiffen

Diskret, aufmerksam und verschwiegen sollte ein Concierge an Bord von Kreuzfahrtschiffen sein. Für uns macht „Melone“ eine Ausnahme und erzählt von seinen Erlebnissen auf einem Luxus-Liner. Neugierig auf die ein oder andere Kreuzfahrt-Anekdote? Dann lest hier weiter…

Es war einmal ein Concierge auf einem Ultra-Luxus-Kreuzfahrtschiff, einem amerikanischen, so viel dürfen wir verraten. Wir geben ihm den Namen „Melone“.
Seine Aufgabe ist es, den äußerst kultivierten Gästen an Bord mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Den VIP’s, aber auch den Stammgästen und denen, die es werden sollen. So wie es sich für ein feines Schiff, das höchsten Wert auf seinen Service legt, gehört.

Unser Concierge an Bord jedenfalls ist ein adrett gekleideter Mann, Anfang 30, weißes Jackett mit blauen Streifen an den Ärmeln, Goldknöpfen, dunkler Hose, polierten Schuhen. Täglich sitzt er hinter einem gediegenen Kirschbaum-Schreibtisch in einer ruhigen Ecke der Lobby und wartet darauf, helfen zu können – diskret, aufmerksam, verständnisvoll.

„Melone“ hatte schon so manche Wunderlichkeit erlebt:

1. Auf Eisbärjagd in Spitzbergen

In Spitzbergen in Ny Älesund begab sich folgende Episode:

Eine feine Lady – sie war geschätzt weit jenseits der 80  – wollte unbedingt ein Souvenir für ihre Enkelin kaufen. Die vierjährige hatte sich dieses bestimmte Teil so sehr gewünscht. Oma konnte der Kleinen natürlich nichts abschlagen. Versprochen war versprochen. Also musste das Mitbringsel her. Von diesem „Auftrag“ hatte sie ihrem Vetrauten an Bord – sie war eine der zwei Dutzend Alleinreisenden –  erzählt. Und so wusste „Melone“ schon seit Tagen davon. Doch just an diesem Morgen hier in Ny Älesund fühlte sich Madame unpäßlich. „Malade“, hatte sie es genannt. Sie konnte jedenfalls nicht an Land. Was nun? Recht hilflos rief sie bei „Melone“ von ihrer Suite aus an und fragte ihn um Rat.

„Melone“ war wie immer um keine Antwort verlegen. Er würde für sie von Bord gehen und das Geschenk besorgen. „Nein, wirklich, aber das kann ich nicht annehmen!“ Die alte Dame wehrte sich. Doch „Melone“ ließ sich nicht davon abbringen.

 

Nicht ungefährlich, das Vorhaben! Es gibt zwar nur ein paar Holzhütten mit Wissenschaftlern aus aller Welt in diesem Dorf, aber doch jede Menge wildes Getier. Weshalb an den Ausfallwegen für den Notfall eines Überfalls Wächter mit Gewehren positioniert sind. Wenn etwa wie letztens einer den Rest vom Braten in irgendeiner Mülltonne roch und ins Dorf einbrach.

Von was wir sprechen? Die Rede ist von einem Eisbär!

„Melone“ hatte aber Glück. Zum einen ließ sich der „König der Arktis“ an jenem Tag nicht blicken und er musste auch keinen jagen – denn: Es galt, nur einen Eisbären aus Stoff zu finden. Was einfach war, denn es gab nur einen einzigen Souvenir-Shop in Ny Älesund. Schon bald ließ er den weißen Kuschel-Teddy auf die Suite liefern.

Die Dame war happy – und „Melone“ auch. Er bekam das Dreifache des Preises als Trinkgeld

2. Das kaputte Gebiß

Noch so ein Geschichtchen ist das um die dritten Beißerchen eines Gastes.

Es war auf dem Weg von Mallorca nach Barcelona. „Melone“ wurde mit einer ungewöhnlichen Bitte eines Herrn überrrascht. Der Gast stand mit seinen dritten Zähnen in der Hand vor ihm. Mit einem Gebiß in zwei Teilen.  Der Gast war unglücklicherweise darauf getreten, „Bitte lassen Sie mein defektes Gebiß reparieren!“

Doch es gab kein Zahn-Labor an Bord! Und es war Sonntag, also auch im nächsten Hafen keine Chance auf Reparatur. So brachte „Melone“ das Gebiß ins Bordkrankenhaus, wo der Arzt die Zähne notdürftig reparierte oder besser klebte.

So gut, dass der Gast noch am gleich Tag wieder den kulinarischen Genüsse an Bord frönen konnte.

3. Der Zigaretten-Whisky

Ein anderes Mal brachte „Melone“ am späten Abend Zigaretten auf die Suite eines Gastes, um dort als Dankeschön auf einen Whisky auf die Terrasse eingeladen zu werden. Selbstverständlich lehnte Anthony dies ab. Das hätte die Vetraulichkeit doch stark überschritten.

4. Der Helikopter-Gast

Und dann erzählt uns  „Melone“  von einem Auftarg, den er nicht erfüllen konnte

Ein ziemlich gut betuchter Herr verlangte, dass ihn innerhalb von 90 Minuten ein Helicopter in Fort Lauderdale aufpicken möge, um ihn nach Miami – nach Hause- zu fliegen, wo das Schiff eigentlich planmäßig hätte die Kreuzfahrt beenden sollen.

Anthony erklärte höflich, aber entschieden, dass er das nicht bewerkstelligen könne. Aber er konnte mit einer privaten Strech-Limousine dienen und den Gast so freundlich verabschieden.

Habt ihr selbst eine Anekdote, die ihr erzählen wollt? Wir freuen uns, wenn ihr sie uns schreibt!

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